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Fehlerteufel: Mann oder man?

Wenn man Zeitung oder im Internet liest, begegnen einem unwillkürlich auch Fehler. Ich meine keine Tippfehler, sondern Wörter, bei denen man den Eindruck hat, keiner weiß so genau, wie sie denn nun richtig geschrieben werden. Manche sind so weit verbreitet, dass sich manchmal schon die falsche Version durchgesetzt hat und so zu noch mehr Verwirrung führen. Man sieht sie auf Flyern, im Fernsehen, in der Zeitung, eigentlich überall da, wo etwas geschrieben steht.

Es gibt viele Wörter, die häufig in unserer Sprache angewendet werden und trotzdem oft falsch geschrieben werden. Dazu gehören auch die Wörter Mann und man. Der Duden definiert „Mann“ so:

  1. erwachsene Person männlichen Geschlechts
  2. Ehemann (hebt weniger die gesetzmäßige Bindung als die Zusammengehörigkeit mit der Frau hervor)
  3. Lehns-, Gefolgsleute
  4. (salopp) als burschikose Anrede, ohne persönlichen Bezug in Ausrufen des Staunens, Erschreckens, der Bewunderung

(Quelle: Duden Online: http://www.duden.de/rechtschreibung/Mann_Person_Gatte_Anrede, Stand: 17.04.2012)

Hierbei ist besonders Punkt 4 interessant. Denn „Mann“ wird tatsächlich ohne persönlichen Bezug in Ausrufen gebraucht – nicht das stattdessen häufig verwendete „man“. Denn „man“ bedeutet laut Duden „jemand, die Leute, ich, du etc.“. Wenn ich also sage: „Das macht man nicht“, dann meine ich, dass dies niemand machen sollte. Dann bezeichnet „man“ also die Allgemeinheit, die Menschen, uns alle. Wenn ich aber: „Mann, hab ich einen Hunger!“ rufe, muss dort „Mann“ stehen. Das findet mein Sprachgefühl irgendwie seltsam. Ich finde dort müsste „man“ stehen, denn es ist ja ein allgemeiner Ausruf, der niemand speziellen anspricht, schon gar keinen konkreten Mann. Lange Zeit habe ich das selber falsch gemacht (wobei ich das in fremden Texten fein rauskorrigieren kann) und auch jetzt überlege ich manchmal einen kurzen Moment, wie es nun richtig ist. Und ich glaube, damit bin ich nicht alleine. Denn man sieht diesen Fehler wirklich sehr häufig, in manchen Zeitungen taucht er so häufig auf, dass man davon ausgehen kann, dass sie diese Variante für richtig halten. Ist sie aber nicht. Und sie wird auch nicht richtiger, je häufiger man sie abdruckt.

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Meine Bücher des Jahres 2011

Wenn auch etwas spät: 2011 war für mich persönlich ein tolles Lesejahr. Ich habe viele tolle Bücher empfohlen bekommen und eine neue Lieblingsseite zum Thema: fuenfbuecher. Dies ist ein großartiger Blog von Melanie Voß, aka @mellcolm, auf dem Personen ihre fünf Lieblingsbücher vorstellen. Dort kann man sich jede Menge Anregungen holen!

Von den Büchern, die ich 2011 gelesen habe, möchte ich sieben unbedingt weiterempfehlen, weil sie mich auf die eine oder andere Art berührt und gefesselt haben.

  1.  Haruki Murakami: 1Q84 Mit diesem Buch bin ich ins Jahr 2011 gestartet, denn ich habe es zu Weihnachten 2010 geschenkt bekommen und sofort verschlungen. Ich bin bekennende Murakami-Anhängerin und finde dieses Buch ist das Beste bisher. Es hat mich vielfältig überrascht. Die Geschichte ist verschachtelt und das Buch fasst mehr als 1.000 Seiten, worüber ich beim Lesen sehr glücklich war. Eine wunderbare Zusammenfassung des Buches liefert die Titelheldin selbst: “Nicht ich bin verrückt, sondern die Welt ist es”, stellt Aomame bei Betrachtung des zweiten Mondes, der sich in ihre Welt, ihre Zeit gestellt hat, fest.
  2. Andreas Steinhöfel: Die Mitte der Welt Eigentlich ein Jugendbuch, aber auch fürErwachsene unverzichtbar, wie ich finde! Der 17-jährige Phil lebt mit seiner Zwillingsschwester und Mutter in einem kleinen Örtchen und der Leser begleitet ein Stück weit sein Leben. Sprachlich ein großartiges Buch, das den Leser mitnimmt.
  3. Mark Haddon: Der wunde Punkt Dieses Buch habe ich gelesen, weil ich The Curious Incident of the Dog in the Night-Time von ihm grandios fand. Diese Buch ist anders, unaufgeregter, aber durchaus lesenswert für entspannte Stunden.
  4. Jan van Mersbergen: Wie es begann  Dieses Buch hat mir die liebe Kollegin Angela Wicharz-Lindner geschenkt, die es auch aus dem Niederländischen übersetzt hat. Es ist das zweite Buch auf Deutsch von Jan von Mersbergen nach “Morgen sind wir in Pamplona”.  Er hat einen eigenwilligen, fast sparsamen, ungewohnten Stil, der fasziniert und neugierig macht. Mehrere Handlungsstränge laufen parallel und verflechten sich nach und nach… Sprachlich toll!
  5. Jonathan Safran Foer: Alles ist erleuchtet Ein Buch über einen Mann, der in der Ukraine mit einem Foto auf die Suche nach der Retterin seines Großvaters vor den Nazis geht. Die Erzählperspektive wechselt, aber wenn man sich daran gewöhnt hat - was nicht unbedingt schnell passiert, aber bloß nich taufgeben! -  dann zieht es einen in den Bann und lässt einen nicht mehr los. Großartiges Buch!
  6. Tomas Tranströmer :Die Erinnerungen sehen mich an Tja, der Literaturnobelpreisträger Tomas Tranströmer. Ein kurzes Buch über einen Ausschnitt seines Lebens. Ich habe es im Flugzeug in einem Rutsch gelesen. Tranströmer drückt komplexe Dinge einfach aus und das macht einen großartigen Autor aus, finde ich. Ein tolles Buch für zwischendurch, was zum Nachdenken (über das Leben) anregt. 
  7. Rafik Schami: Das Geheimnis des Kalligraphen Ich liebe Rafik Schami, seit ich mit 17 “Erzähler der Nacht” in den Fingern hielt. Auch wenn auf dem Buch ein Aufkleber “Bestseller” klebte, was für mich normalerweise ein guter Grund ist, ein Buch NICHT anzurühren, so kaufte ich mir dieses doch selber zu Weihnachten. Es hat sich gelohnt. Geht es doch in diesem Buch um Schrift und Sprache. Der Erzählstil von Schami ist für mich nach wie vor in den Bann ziehend, unterhaltend und unanstrengend. Zudem bietet es Einblicke in die arabische Welt, Liebesgeschichten und - wie der Titel schon sagt - Geheimnisse. Durchweg empfehlenswert!

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Wieso bio – wieso fragt ihr?

Gerade an den vergangenen Feiertagen, wo man auf Famillienmitglieder trifft, mit denen man sonst nicht allzu viel Zeit verbringt, kam die immer schlummernde Frage wieder auf: „Wieso bio?“ Es geht darum, dass ich, seit ich über meine Ernährung mehr oder weniger selbst bestimme, mich bewusst ernähre und bestimmte Lebensmittel nur in Bioqualität, unter bestimmten Gesichtspunkten oder gar nicht einkaufe. Alles begann damit, dass ich seit meiner Geburt stark unter Neurodermitis litt und die Schübe später teilweise so schlimm waren, dass ich kurz vorm Verzweifeln war. Ich probierte verschiedene Ernährungskonzepte aus und beschäftigte mich mit Lebensmitteln und ihren Inhaltsstoffen. Das Thema interessierte mich und ich begann automatisch, bewusst einzukaufen. Ich bin keine Missionarin oder Weltverbessererin, ich habe einfach für mich einen Weg gefunden, den ich bezüglich dieser Thematik gehen möchte und den ich für sinnvoll erachte.
Mir geht es dabei nicht auf Biegen und Brechen um ein Biosiegel auf einer Birne aus Südafrika, sondern wichtig für mich ist auch Regionalität, kurze Transportwege etc. Ich versuche so zu handeln, wie ich es natürlich und logisch finde. Niemals würde ich im Dezember Erdbeeren aus Südamerika kaufen und wenn es im Laden keine Bioeier mehr gibt, dann kaufe ich eben keine Eier. Auch Kleidung, Kosmetik und Haushaltsdinge kaufe ich weitestgehend nach diesen Kriterien. Und bevor diese Diskussion aufkommt: Nein, ich halte es nicht für eine Frage des Geldbeutels. Schaut Euch mal die Autos auf einem beliebigen Aldiparkplatz an. Den Menschen in unserem Lande ist Ernährung oft nichts wert und Lebensmittel bedeuten nichts. Billig muss es sein und satt machen. Geld wird für andere Dinge ausgegeben.
Nun ist es so, dass ich unter Menschen, die diese Ansichten nicht teilen, ständig gefragt werde, ob das denn alles so sinnvoll sei und ob die Siegel denn wirklich vertraulich wären, man habe da so seine Zweifel. Ich gerate in eine Situation, in der ich mich rechtfertigen und darlegen soll, warum ich so lebe. Dazu habe ich jedoch keine Lust. Ich lebe nach dem Motto „Leben und leben lassen“ und zwinge niemandem meine Meinung auf. Wenn jemand aufrichtig interessiert fragt, erkläre ich ihm gerne die Gründe und meine Ansichten. Aber die „unsinnige“ Fragerei ensteht meiner Ansicht nach meistens aus einer Art Selbstverteidigung. Menschen, die täglich Fleisch konsumieren, zum Frühstück Eier aus Käfighaltung genießen und an Gemüse in der Regel tiefgekühlt kaufen, möchten mir meine Art und Weise der Ernährung mies machen, um ihres zu rechtfertigen. Sie erklären sich ungefragt und versuchen meine Ansichten als lächerlich oder überzogen darzustellen. Das Lustige daran: Ich habe nie jemanden schlecht geredet oder in Erklärungsnot gebracht. Sie fangen einfach an, weil sie wissen und sehen, dass ich anders denke. Ich würde das gerne verstehen. Merken diese Menschen vielleicht, dass meine Ansichten doch nicht so verkehrt sind, können es aber nicht zugeben? Eine Frau aus der Familie versucht mir Biolebensmittel seit Jahren mies zu machen und fängt immer wieder mit diesem Thema an. Beim letzten Besuch bemerkte ich in ihrem Kühlschrank Bioeier und Biomöhren vom Bauern (!). Ich musste schmunzeln, freute mich aber auch still und leise, dass sie offensichtlich darüber nachgedacht hatte, auch wenn sie es mir gegenüber nie im Leben zugeben würde.

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Weihnachtsaktion von Ärzte ohne Grenzen - statt Karten & Geschenke

Von dem lieben Kollegen Erik Hansson wurde ich vía Facebook heute auf eine tolle Aktion aufmerksam gemacht: Unternehmen Weihnachtsspende. Statt zur Weihnachstzeit Grüße in Form von kleinen Präsenten an liebe Kunden und Partner zu versenden, spendet man an Ärzte ohne Grenzen und macht seine Kunden und Geschäftspartner gleichzeitig darauf aufmerksam. Weil wir nämlich, wenn wir ehrlich sind, doch alles haben. Und andere eben nicht. Eine wunderbare Form der PR wie ich finde.

 

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Muttersprachlerprinzip – sinnvoll oder nicht?

Vor kurzem führte ich ein Korrektorat eines englischen medizinisch-wissenschaftlichen Berichts durch. Dabei fiel mir ziemlich schnell auf, dass die Übersetzung aus dem Deutschen von einem deutschen Muttersprachler erfolgt sein musste. Man erkennt es leider am Satzbau, Grammatik, Wortwahl u.v.m. Interessanterweise wurde der Text ursprünglich auch bei mir zur Übersetzung angefragt, aber ich lehnte ab, da ich aus Prinzip nur in meine Muttersprache Deutsch übersetze. Zur Erklärung: Das reine Korrektorat, in dem es „nur“ um Orthografie und Interpunktion sowie Formatierung geht, nehme ich an, denn ich bin in Texten dieser Art sicher.

Nun twitterte ich (ja, ich bin auf Twitter hängengeblieben, siehe auch dieser Eintrag), dass ich etwas genervt von der Übersetzung sei, von der man merkte, dass sie von einem Nicht-Muttersprachler gefertigt worden sei und ich dies für unseriös hielte. Daraufhin antwortete mir eine andere Übersetzerin, dass sie das ganz anders sehe, denn sie übersetze auch in die Fremdsprache und halte dies bei einem muttersprachlichen Lektor für eine gute Kombination, die gelungene Texte hervorbringe.

Ich habe es als Denkanstoß genommen und mir bei dem monatlichen Übersetzerstammtisch auch weitere Meinungen eingeholt. Und ehrlich gesagt ist meine Meinung dieselbe geblieben. Ich finde es unseriös, in die Fremdsprache zu übersetzen. Es gibt sicherlich Ausnahmen, wie beispielsweise Dokumente und Urkunden, bei denen der Inhalt immer wiederkehrend ist. Sicherlich ist es in Phasen, in denen Auftragsflaute herrscht, verlockend und ich habe selber schon mal kurz darüber nachgedacht, es anzunehmen, mich letztendlich aber dagegen entschieden. Denn für Texte, auch wissenschaftlicher Art, finde ich es nach wie vor unseriös. Sprache ist so vielschichtig und letztendlich auch kompliziert, dass man bei manchen Satzkonstruktionen schon in seiner Muttersprache unsicher ist und hin und her überlegt, um einen Satz sauber zu Papier zu bringen. Ich bin der Überzeugung, dass sprachliche Feinheiten, grammatikalische Konstruktionen und stilistische Korrektheit nur von einem Muttersprachler einwandfrei beherrscht werden können. Es kommt in der Fremdsprache unweigerlich zu Fehlern und ich finde nicht, dass das anschließende Lektorat dafür da ist, die Übersetzungsfehler auszumerzen. Wenn es überhaupt ein Lektorat gibt, denn dies ist nicht bei allen Kunden der Fall.

Jetzt kann man das Argument anführen, dass der Nicht-Muttersprachler den Ausgangstext dafür genau versteht. Das mag sein, aber was nützt es, wenn er die Korrektheit in der Zielsprache nicht gewährleisten kann? Selbst bilinguale Übersetzer, die ich kenne, übersetzen stets nur in eine Richtung. Weil sie sich sonst unsicher fühlen und eben die erwähnte Genauigkeit und Korrektheit nicht 100% garantieren können. Bei dem Stammtisch stellte sich übrigens heraus, dass alle nach dem Muttersprachlerprinzip arbeiten, das Lektorat/Korrektorat hingegen gerne von Nicht-Muttersprachlern durchgeführt und als sinnvoll erachtet wird.

Für mich bleibt das Muttersprachlerprinzip die Grundvorraussetzung für qualitativ hochwertige Übersetzungen. Und ich werde weiterhin Kunden, die eine Übersetzung ins Englische oder Spanische wünschen, an meine Muttersprachler-Kollegen verweisen.

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Ärzte in sozialen Netzwerken

Gestern erreichte mich folgende Pressemitteilung des Ärztenachrichtendienstes Verlagsgesellschaft mbH (änd):

Neue Studie: So nutzen Ärzte Facebook, Twitter & Co.

Mehr als jeder zweite niedergelassene Arzt nutzt bereits soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter & Co. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Ärztenachrichtendienstes (ÄND) unter den Lesern seiner Portale Facharzt.de, Hausarzt.de und Zahnärztenachrichtendienst.de.

Mehr als 1.000 Mediziner beteiligten sich und machten die Umfrage damit zur größten ihrer Art zu diesem Thema.

“Die hohe Aktivität der Ärzte auf sozialen, nicht-medizinisch geprägten Netzwerken hat selbst uns überrascht”, sagt Karl-Heinz Patzer, Projektleiter für Marktforschung und Umfragen beim ÄND. Doch wie stark nutzen Ärzte diese Medien auch wirklich beruflich? “Auch dazu hat die Studie sehr klare Ergebnisse erbracht”, berichtet Patzer. Klar ist aber auch: Weit mehr als die Hälfte der Ärzte sind fest davon überzeugt, dass Social Media in Zukunft ein weit wichtigere Rolle spielen wird - und sie sich deshalb damit auch intensiver beschäftigen werden.

Sehr klare Aussagen trafen die Befragten auch dazu, was sie sich von solchen Medien in Zukunft versprechen und wünschen. Abgefragt wurde darüber hinaus: Welche Plattformen rangieren auf der Bekanntheits- und Beliebtheitsskale auf den oberen Rängen? Haben die Ärzte dort einen eigenen Account? Wie aktiv nutzen sie die Plattform? Nutzen sie sie auch mobil? Und: Was hindert die “Verweigerer”, sich auf sozialen Plattformen zu engagieren?

Ein Arzt fasste zum Abschluss der Umfrage den Stand der Dinge für sich so zusammen: “Wenn ich Social Networks nutze, will ich mich optimal darstellen. Kostet viel Zeit, wird im Gesundheitswesen mit zunehmender Konzentration kommen und wer überleben will - wie wir - wird sich diesen Entwicklungen nicht verschließen.”

(Im Netzwerk des Ärztenachrichtendienstes (änd) sind über 47.000 Nutzer registriert, es finden sich über 600.000 Beiträge zu medizinischen, technischen und gesundheitspolitischen Themen online. Einzigartig im Internet: Der änd wird seit vielen Jahren von seinen eigenen Lesern finanziert. Mehr als 7.000 Abonnenten zahlen freiwillig für die Nutzung, obwohl der Zugang auch kostenlos zu haben ist.)

Nun gut. Laut dieser Pressemeldung könnte man den Eindruck gewinnen, Ärzte sind ein höchst internetaffines Völkchen. Laut der Bundesärztekammer gab es in Deutschlandim Jahr 2009 knapp 430.000 Ärzte. Das bedeutet, gut 10% sind im Netzwerk des Ärztenachrichtendienstes registriert (was noch lange nicht aktiv bedeutet). Laut dem Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (Bitkom) (PDF) waren schon im März 2010 30 Millionen Deutsche ab 14 Jahren Mitglied in mindestens einer Online-Community.  Das sind bei etwas über 80 Millionen Einwohnern weit über 30%. Somit liegen die Ärzte weit unter dem Bundesdurchschnitt, zumal die Gruppe von Menschen mit Abitur und Studium zu 88% im Internet aktiv sind (Quelle: http://www.netz-online.com/2010/08/07/internetnutzung-in-deutschland-2010-ein-wenig-statistik/). So gesehen sind die Ärzte noch weiter abgeschlagen. Dass jeder zweite Arzt das Internet nutzt, stimmt sicherlich nicht, denn es haben bei der Befragung 1.000 Ärzte, die auf den Portalen aktiv sind, teilgenommen. Abgesehen davon, dass 1.000 wohl keine repräsentative Zahl ist, sind die befragten Ärzte ja bereits auf den in der Pressemitteilung genannten Portalen aktiv. Andere Ärzte wurden jedoch nicht befragt. Also gilt hier wohl leider: Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast.

Da ich mit Ärzten zusammen im Internet arbeite, fand ich diese Meldung äußerst ämusant, stellt sie die Netzaktivität von Medizinern eindeutig verfälscht dar. Leider ist meine Erfahrung die, dass zurzeit noch sehr wenige Ärzte Interesse am Internet (in beruflicher Hinsicht) haben und dies auch kaum nutzen. Schade. Aber ich bin sicher, dass auch diese Berufsgruppe noch die Vorteile des Internets schätzen lernen und davon profitieren wird.

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Japan. Ohne Worte.

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Dolmetschen kann doch jeder!

Zum zweiten Mal erreichte mich heute vía Twitter diese Stellenanzeige der Arbeitsagentur Nürnberg:
Dolmetscher und Wäschereihelfer (m/w) Arbeitsort: Eckental
Hier hatte ich mich schon im März darüber geärgert. Daraufhin konnte ich nicht anders, als der Arbeitsagentur Nürnberg folgenden Brief zu schreiben:

Sehr geehrte Mitarbeiter/innen der Arbeitsagentur Nürnberg,

als Diplom-Übersetzerin stößt mir Ihre oben genannte Stellenanzeige, die ich in dieser Formulierung bereits zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres lese, übel auf.

Anscheinend ist Ihnen nicht bekannt, welche Qualifikationen ein/e Dolmetschr/in haben muss, was gerade für Sie als Arbeitsagentur nicht nur bedauerlich, sondern eine Unverschämtheit ist. Dolmetschen und Übersetzen studiert man in der Regel und der Stundenlohn beträgt aufgrund der schwierigen und anspruchsvollen Aufgaben weitaus mehr als zehn Euro. Dolmetschen kann auch niemand mal “so nebenbei” (neben dem Wäschereijob) machen, sondern es erfordert lange Jahre des Lernens und der Übung sowie eine gewisse Grundbegabung. Selbst ich als Diplom-Übersetzerin würde es mir nicht anmaßen, mal eben dolmetschen zu können, vor allem verhandlungssicher, wie von Ihnen gewünscht. Verhandlungsdolmetschen ist eine eigene Kategorie des Dolmetschens, zu der man gewisse Grundlagen benötigt. Die Stellenanzeige spiegelt leider wider, was viele Unbedarfte häufig über Übersetzer und Dolmetscher denken. Dass das jeder machen kann, der die Sprache beherrscht. Wenn Sie sich mal über die Berufe Dolemtscher/in und Übersetz/in informieren wollen, lege ich Ihnen die Seite www.bdue.de ans Herz. Es wäre wünschenswert, dass die Mitarbeiter/innen der Arbeitsagentur wissen, welche Qualifikationen nötig sind und welche Tätigkeiten diese Berufe beinhalten.

Es zeugt leider von großer Inkompetenz eine solche Stellenanzeige zu verfassen. Es passt jedoch zu dem Ruf, den die Arbeitsagentur anscheinend nicht ohne Grund genießt. So wurde ich als ich vor einigen Jahren das einzige Mal in meiner Laufbahn für zwei Wochen arbeitslos gemeldet war, nach meinem Beruf gefragt. Nach meiner Auskunft, Übersetzerin für Englisch und Spanisch zu sein, folgte von der Sachbearbeiterin danach die Frage, ob ich Fremdsprachenkenntnisse hätte. Tja, wenn Mitarbeiter wirklich interessiert wären und zuhören sowie mitdenken würden, dann würde dies auch was bringen. So wird leider meist nur ein Pflicht-Frageprogramm heruntergeleiert und man wundert sich, warum die Abneigung gegen die Arbeitsagenturen wächst.

Ich hoffe sehnlichst, dass Sie niemanden für die ausgeschriebene Stelle finden und wenn doch, dass Sie merken, dass Ihren Ansprüchen nicht jeder Unqualifizierte gerecht werden kann.
Ich werde diese E-Mail auch auf meinem Blog www.miriamfunk.online.de veröffentlichen und würde mich über eine Stellungnahme Ihrerseits freuen.

Mit freundlichen Grüßen
Miriam Funk

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Die Uni Köln und die Bayer AG - was ist da los?

Im Folgenden veröffentliche ich die Pressemitteilung  der  BUKO Pharma-Kampagne, Coordination gegen BAYER-Gefahren, medico international und dem Verein demokratischer Ärztinnen und Ärzte vom 09.07.2010:

NRW Landesbeauftragte für Informationsfreiheit: Kooperation von Uni Köln und Bayer AG soll offengelegt werden

Nach Einschätzung der NRW Landesbeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit sollte der Kooperationsvertrag, den die Universität Köln und die Bayer HealthCare AG vor zwei Jahren geschlossen haben, offen gelegt werden. Damit unterstützt sie einen Antrag von zehn Gesundheits-Initiativen und studentischen Interessengruppen. Die Landesbeauftragte begründet in dem heute veröffentlichten Schreiben, weswegen die bisherige Weigerung von Universität und BAYER-Konzern, eine Einsichtnahme in den Vertrag zu ermöglichen, dem nordrhein-westfälischen Informationsfreiheitsgesetz widerspricht. Die Veröffentlichung war unter anderem von der BUKO Pharma-Kampagne, der Coordination gegen BAYER-Gefahren, medico international und dem Verein demokratischer Ärztinnen und Ärzte gefordert worden.

Dr. Christian Wagner-Ahlfs von der BUKO Pharma-Kampagne: „Wir begrüßen die Empfehlung der Datenschutzbeauftragten. Sie kann helfen, endlich mehr Transparenz über die Beziehungen von Universitäten und Pharmaunternehmen zu schaffen.”

Philipp Mimkes von der Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG) ergänzt: „Eine aus Steuergeldern finanzierte Einrichtung wie die Uniklinik Köln muss der öffentlichen Kontrolle unterliegen - zumal in einem sensiblen Bereich wie der Pharma-Forschung.“ Nach Auffassung der CBG handelt es sich bei dem Verfahren um einen Präzedenzfall, der alle Public Private Partnership (PPP)-Projekte betrifft. „Die Allgemeinheit kann solche Kooperationen nur bewerten, wenn alle relevanten Informationen veröffentlicht werden. Das Argument, wonach Geschäftsgeheimnisse von einer Offenlegung betroffen sind, darf nicht länger dafür herhalten, dass der Einsatz öffentlicher Mittel im Dunkeln bleibt.“

Bernd Eichner von medico international: „Dies ist ein großer Erfolg! Medizinische Forschung darf sich nicht ausschließlich an der Vermarktbarkeit orientieren - im Gegenteil: Wir benötigen mehr unabhängige Studien. Zudem müssen wir verhindern, dass medizinische Erkenntnisse, die nicht dem Erfolg eines Präparates dienen, in der Schublade verschwinden.”

Die Bayer HealthCare AG und die Kölner Uniklinik hatten vor zwei Jahren eine Kooperation in den Bereichen Onkologie, Kardiologie und Erkrankungen des Zentralnervensystems vereinbart. Die Initiativen legten der Universität daraufhin einen Fragenkatalog vor, der mit dem Hinweis auf „Geschäftsgeheimnisse“ unbeantwortet blieb. Unter anderem fürchten die Kritiker, dass Verwertungsrechte neuentdeckter Substanzen vollständig an Bayer HealthCare übergehen, dass auch Präparate ohne therapeutischen Mehrwert untersucht werden und dass nur positive Studienergebnisse publiziert werden - negative jedoch nicht, falls diese als betriebsschädigend eingestuft werden (ein sogenannter publication bias).

Eine Reaktion der Universitätsklinik auf die Entscheidung der Landesbeauftragten steht noch aus.